KOMMT... - Suchtkrankenhilfe Crottendorf e.V.

Aktivitäten

„Was passiert, wenn ich kein „Ja“ zu mir finden kann?"

von Roland Fritzsch

Bärbel, 23 Jahre, seit acht Jahren alkohol- und drogenabhängig, suizidgefährdet.
Ich traf sie zu Beginn des Jahres auf der Entgiftungsstation eines Krankenhauses.
Sie war von zu Hause weggelaufen und versucht ihren Weg selbst zu finden.
Ich habe sie eingeladen an unserer Selbsthilfegruppe teilzunehmen. Sie ist gekommen, blieb länger Zeit verschwunden und war dann wieder da.
Ein „Ja“ zu sich selbst hatte sie noch lange nicht gefunden. Der Weg in die Sucht, war immer noch ihr Weg. Den sie so wie er war gehen wollte. Nach vielen Rückfällen erhielt ich einen Hilferuf spät am Abend und wir fuhren wieder einmal ins Krankenhaus. Hier kam die Veränderung, hier kam das „Ja“ zu sich selbst. „Ja“ zum Leben und „Ja“ zur Veränderung, zum Neuanfang.
Heute befindet sie sich in einer Therapie und kurz nach Ostern erhielten wir folgenden Brief.
 
Hallo Ihr Lieben,
Ich hoffe es geht euch allen gut? Und ihr hattet alle ein gesegnetes und schönes Osterfest?
Mir geht es auch gut. Ich habe mich hier ganz gut eingelebt in dieser Therapie und darf seit 4 Wochen von meiner Familie Besuch empfangen, was mir auch ungemein hilft diese Therapie, die manchmal seht hart ist durchzustehen. Seit kurzem habe ich den Weg zu Gott wieder gefunden und ich war am Sonntag das erste Mal wieder zum Gottesdienst. Es war ungelogen richtig schön, ich habe mich sofort sehr wohl gefühlt in der Gemeinde. Von der Predigt war ich sehr angetan. Ich möchte mich in nächster Zeit hier konfirmieren lassen. Seit ich wieder glauben kann, sehe ich hoffnungsvoller in die Zukunft und ich weiß, dass ich es mit Gottes Hilfe schaffen werde in Zukunft mein Leben dann neu zu meistern. Ich freue mich schon sehr darauf, nach meiner Therapie alle zur Suchtgruppe wieder zu sehen. Bis dahin alles Gute, viele liebe Grüße und Gottes Segen.
Herzlichst Euere Bärbel* ( *Name geändert )


Bärbel hat ihr „Ja“ zu sich wieder gefunden.
Wie ihr weiter Lebensweg aussehen wird, kann ich nicht beantworten.
Sie ist Jesus begegnet und hat ihn zu sich hineingelassen, hat Platz gemacht in einem Leben, das verloren schien. Ja, sie hat sich eingelassen auf einen Neuanfange mit Jesus.  Das Alte, was sie festhielt, ist vergangen, Neues ist geworden.
Finden wir auch ein „Ja“ zu uns selbst, sonst werden wir das Alte nicht verlassen können.
Wagen wir es mit Jesus, was unsere Not auch sei, wagen wir es mit Jesus er macht uns frei.




  
 

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