KOMMT... - Suchtkrankenhilfe Crottendorf e.V.

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… denn dein Licht kommt

Andacht von Olf Tunger 

 

Weihnachten ohne Lichter, ohne Sterne, ohne das Leuchten geht nicht. Das finden wir schon in der Bibel: Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt. (Jes.60,1)

Leben wird licht, wird heller, wird klarer. Ja, die Verheißung, das Versprechen Gottes geht so weit, dass alles in unserem Leben einmal ganz und gar geklärt sein wird.
Vielleicht geht es euch ähnlich - wenn Nachts der Himmel klar ist, dann schaue ich fasziniert hinauf zu den Sternen.Ich hatte in der Nähe meines letzten Wohnortes eine Stelle, wo kein Umgebungslicht störte. Nachts, nach einer Gemeindeveran-staltung, hielt ich auf dem Heimweg an, und stand dann in der Finsternis da, den Kopf zum Himmel. Tausende und abertausende Sterne, Licht, dass die endlose Dunkelheit durchbricht, Lichtstrahlen die aus der Schwärze des Alls ein leuchtendes Gewölbe machen. Licht, dass durch nichts aufzuhalten ist. Keine Finsternis ist finster genug.
In der Bibel wird der Stern zu einem Symbol göttlicher Güte und Zuwendung. So wie das Licht der Sterne, so durchbricht Gott alle Dunkelheit in dir, um es in dir und um dich herum licht zu machen.
Ich lernte eine Zeit kennen, als es in mir sehr finster war. So finster, dass ich nicht mehr wirklich glaubte, dass sich daran etwas ändern könnte. Ich kämpfte mich wochenlang durch jeden neuen Tag. Es gab nur noch einen entfernten Hoffnungs-schimmer. Dieser Hoffnungsschimmer war, dass vielleicht andere mir wieder helfen könnten, die Dunkelheit zu vertreiben. Und es gab sie und durch sie Begegnungen mit Gott, der wieder Licht in mein Leben brachte. Solche Zeiten, wenn auch längst nicht mehr so intensiv, gibt es bis heute. Aber ich habe zwei Dinge gelernt. Und beide hängen mit dem Blick zum Sternenhimmel zusammen.
Das eine - so wie zum Sternenhimmel die Dunkelheit gehört, wird es immer solche Zeiten der Dunkelheit auch in meinem Leben geben. Ich habe begonnen, das Akzeptieren zu lernen - ja, das gehört zu mir. Womöglich ist das einer der wesentlichen Gründe, warum ich heute hier sitze mit euch. Jeder von uns muss für sein Leben etwas Akzeptieren lernen, dass solcher Dunkelheit nahe- oder gleichkommt.
Das andere - der Himmel ist immer voller Sterne, voller Licht. Das Licht bricht durch. Ich habe mich in den letzten Monaten so ganz privat mit Physik beschäftigt und bin damit noch nicht fertig. Eines der großen Wunder sind die Kräfte des Himmels. Einen Teil nehmen wir als Licht wahr. D.h. hinter dem Licht stecken Energien, die wir uns kaum vorstellen können, und die doch das Universum erfüllen. Die Finsternis des Universums hat nichts endgültiges. Ja, was wir als Finsternis wahrnehmen, ist doch nur die Abwesenheit von Licht.

Wie oft ist das auch in unserer Seele so? Finsternis als die Abwesenheit von Licht, dem Licht der Güte Gottes?
Der Prophet Jesaja beschreibt es so eindrücklich: Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt. (Jes.60,1)
Dein Licht kommt. D.h. es ist für dich bestimmt, gerade für dich. Jemand hat mal gesagt: Gott liebt jeden einzelnen der vielen Milliarden Menschen, als wären es seine Einzelkinder. So geht es mir dann, wenn es dunkel wurde. Ich erinnere mich, lasse mich erinnern, brauche diese Erinnerung: Gottes Liebe gilt mir ganz persönlich. Das ist mein Licht, das Licht meiner Seele. Ich kann mich aufmachen, um wieder licht zu werden.

Ein letztes: Ja, das Aufmachen, das hat es in sich. Denn manchmal, wenn es dunkel in einem ist, kann man sich nicht aufmachen. Es geht einfach nicht. Inzwischen erlebe, lerne ich zu warten. Bewusst zu warten auf Gott ist auch eine Art das sich Aufmachens. Dann warte ich, gespannt, sehnsuchtsvoll, manchmal enttäuscht, wenn das Licht auf sich warten lässt. Und ich weiß, es kommt. Er, Gott hat es versprochen. Jesus Christus bringt es in die Welt, darum auch in meine kleine Welt.

Manchmal, manchmal aber ist es auch dran, loszugehen, sich aufzumachen, anzufangen. Menschen, Orte zu suchen, die voller Licht sind, zum Himmel zu blicken, die alte Sehnsucht wiederzufinden, dass es nicht dunkel bleibt, sondern hell wir. Wir feiern Advent. Gott kommt in Jesus zu uns. Wir entzünden Lichter, hängen Sterne auf - Zeichen dafür, das Gottes Licht, seine Liebe zu uns durchbricht in unser Leben.

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